Tesla Model Y im Alltag: Meine Erfahrungen, Vorteile und Nachteile

Wie praktisch ist das Tesla Model Y im Alltag? Was gefällt mir auch nach längerer Nutzung noch – und welche Dinge stören mich? Seit Dezember 2024 fahre ich ein Tesla Model Y Performance, Baujahr 2024 und habe damit bisher rund 18.000 Kilometer zurückgelegt.

Ich nutze das Auto hauptsächlich für innerstädtische Fahrten zu Kunden oder auch privat. Hier teile ich meine persönliche Einschätzung und die Punkte, auf die ich bei einer erneuten Kaufentscheidung achten würde.

Meine Erfahrungen beziehen sich auf mein Fahrzeug. Neuere Baujahre und andere Ausführungen können sich bei Ausstattung, Fahrwerk und Bedienung unterscheiden.

Was mir am Tesla Model Y besonders gefällt

Viel Platz für Alltag und Reisen

Das Platzangebot gehört für mich zu den größten Vorteilen des Model Y. Bei der täglichen Arbeit zeigt sich, wie praktisch der gut zugängliche Kofferraum ist. Ich muss meist große, volumnöse Kartons transportieren, da ist das Model Y perfekt. Ich bekomme sogar mehr rein als in meinen Mercedes Benz E-Klasse T-Modell, das ja als Raumwunder beworben wird. Auch die zusätzlichen Staufächer nutze ich regelmäßig. Hier ist Tesla konsequent und hat jeden möglichen zusätzlichen Raum zugänglich gemacht. Sei sei Frunk, also der zusätzlicher Kofferraum im vorderen Bereich eines Autos unter der „Motorhaube“, der Platz in der Mittelkonsole oder auch die zusätzlichen Fächer im Kofferraum.

Für meinen Alltag bedeutet das: Ich muss seltener überlegen, ob etwas ins Auto passt.

Laden lässt sich gut in meinen Alltag einbauen

Ich lade überwiegend zu Hause oder am nahegelegenen Super Charger, der direkt neben einem ALDI ist. Für mich funktioniert das gut, weil nach einem Einkauf das Auto dann von 20% wieder auf 80% geladen ist. Wenn das Limit erreicht ist und ich noch etwas im ALDI brauche, stell ich es einfach auf 100 % und erlebt weiter.

Auf längeren Strecken habe ich mit der Ladeplanung folgende Erfahrungen gemacht: wenn man auf den deutschen Autobahn fährt, ist es eigentlich kein Problem. Die Super Charger sind wirklich in ausreichender Menge an den großen Autobahn und meistens ist auch ein McDonald’s oder Burger King neben dran, so dass man da auch seine Pause damit verbinden kann. Die Super Charger reichen mir eigentlich eine anderen Anbieter hatte ich noch nicht.

App und Bedienung bieten praktische Funktionen

Im Alltag nutze ich besonders häufig die Öffnung, Funktion des Kofferraums. Das erleichtert das einladen, wenn ich voll gepackt bin. Eine Funktion, dass man den Kofferraum mit dem Fuß öffnen kann, gibt es bei Test ja leider nicht. Bei der App muss ich aber leider auch kritisieren, dass diese überhaupt nicht intuitiv ist und das UX-Design richtig schlecht ist. Jeder Unterseite sieht anders aus und ist komplett unlogisch aufgebaut. Auch fehlen wichtiger Informationen zum Beispiel kann man in der App nicht den Kilometerstand ablesen – man muss immer zum Auto gehen und den Untermenü suchen.

An die Bedienung über den Bildschirm musste ich mich zunächst gewöhnen. Inzwischen komme ich damit gut zurecht. Einige Dinge würde ich mir trotzdem anders wünschen: größere Buttons! Da man auch während der Fahrt viel an dem Display einstellen muss, zum Beispiel das Ausstellen des „Tempo-Warners“ oder auch die Lüftung/Heizung sind die Buttons viel zu klein. Selbst durch die Vibrationen auf einer normalen Straße kann man die Mini-Buttons nicht wirklich treffen und landet immer woanders.

So fährt sich das Model Y für mich

Das Fahrgefühl eines E-Autos empfinde ich als sehr angenehm. Besonders bei ja, Beschleunigung ist es sehr harmonisch und durch das abbremsen. Bei der Rekuperation (Rückgewinnung von Energie) ist auch das Bremsen sehr angenehm.

Das Fahrwerk ist sehr straff, es wird meistens mit sehr sportlich beschrieben. Jedoch habe ich schon viele sportliche Autos gefahren, zum Beispiel mehrere Audi A6 S-Line. Die sind über die Straße geglitten wie Butter, der Tesla holpert, ganz schöne auf der Sstraße und wirkt dabei sehr „billig“. Okay ich muss zugeben die 21 Zoll Felgen tragen wahrscheinlich auch dazubei. Aber leider ist der Fahrspaß überhaupt nicht da. Obwohl ich das schnellste Auto mit 250 km/h habe und auch am meisten PS, macht es ab 130 km/h auf der Autobahn kein Spaß mehr zu fahren.

Bei meiner Kaufentscheidung war mir vor allem das innovative wichtig. In diesem Punkt hat das Auto meine Erwartungen teils erfüllt. Bei vielen coolen Gedanken, bin ich aber nun auch zum Schluss gekommen, dass sie nicht alles bis zum Schluss durchdacht haben.

Was mich am Tesla Model Y stört

Die Bedienung über den Bildschirm hat ihre Grenzen

Nicht jede Funktion möchte ich während der Fahrt über ein Menü bedienen. Bei der Lüftung/Heizung empfinde ich die Bedienung als stark „ablenkend“. Hier wäre mir ein klassisches Drehrad lieber.

Mein Rat für eine Probefahrt: Nicht nur auf Beschleunigung und Fahrgefühl achten, sondern auch die Funktionen ausprobieren, die man täglich braucht.

Fahrkomfort und Geräusche

Wie schon oben erwähnt, ist der Fahrkomfort durch die starken Vibrationen und geringe Federung sehr unkomfortabel. Auch merkt man dann, dass der Tesla aus viel Plastik besteht und überall knackt und quietscht es.

Mein Fahrzeug hat 21″-Felgen. Wer ein anderes Baujahr oder eine andere Ausstattung probefährt, kann deshalb einen anderen Eindruck bekommen.

Verbrauch und Reichweite hängen stark von meiner Nutzung ab

In meinem Alltag ist der Verbrauch stark unterschiedlich. Auch die geschätzte Reichweite im Bordcomputer ist leider nicht annähernd das, was man erreicht.

Zwischen Sommer und Winter, aber auch Stadtverkehr und Autobahn bemerke ich schon ganz schöne Unterschiede. Für meine üblichen Strecken reicht das gut aus. Bei längeren Fahrten muss ich dagegen genauer planen. Beispiel einer normalen Autobahnstrecke: Zwischen Mannheim und Stuttgart sind es ziemlich genau 150 km. Akku ist auf 100% geladen. Wenn ich auf der Autobahn „mitschwimme“, also zwischen 110 und 140 km/h fahre, komme ich in Stuttgart mit 48 % an – eine Rückreise wäre dann nicht mehr möglich, ohne zu laden. Also komme ich mit einer Akkuladung von 100 % nicht mal 300 km…

Hier wünsche ich mir Verbesserungen

Mein größter persönlicher Kritikpunkt ist das eingbaute Navi, das ist ein rießen Schrott. Konkret habe ich mehrmals erlebt, dass es mich an einen falschen Ort oder Straße navigiert hat (!!!). Seitdem Nutze ich es nicht mehr wirklich. Auch die Darstellung auf dem Display ist so schlecht, dass man immer nur eine Zoomgröße hat egal ob man auf der Autobahn ist oder in der Innenstadt. Dabei ist die Zoom-Größe so gewählt ist, dass man auf der Autobahn die nächste Ausfahrt in 500 m nicht angezeigt bekommt – in der Stadt aber fast keine Straßennamen. Leider kann man das nicht dauerhaft ändern und muss immer mit dem Finger den Zoom ändern, welcher dann nach ein paar Sekunden wieder zurück springt. Auch die Adresseingabe ist richtig schlecht gemacht. Hier hätte ich mehr von einem „Tech-Konzern“ ein besseren UX gewünscht. Leider kann man keine fremden Apps installieren, sonst hätte ich mir Google Maps installiert. Das geht nicht. Daher mache ich meine Navigation immer mit dem Handy. Damit kann ich im Alltag gut leben. Bei einem nächsten Fahrzeug würde ich auf diesen Punkt stärker achten.

Welche Erfahrungen habe ich mit Qualität und Service gemacht?

Nach bisher 18.000 Kilometern ist mein Eindruck von der Verarbeitung nicht so begeistert – die Kritiken an Spaltmaß usw. stimmen. Positiv aufgefallen ist mir aber der Service. Nach einem halben Jahr waren die Querlenker schon kaputt, das ist aber dem Service-Mitabeiter aufgefallen, als ich den klappernden Rückspiegel repariert lies, und wurde kostenfrei repariert.

Mit dem Tesla-Service hatte ich bisher gute Erfahrung. Dabei ging es um sich lösende und klappernde Teile. Die Abwicklung verlief über die Handy-App, die aber eine Umstellung bedarf, da man nur vorgefertigte Textbausteine bekommt und nicht wirklich sein Problem schildern kann.

Das beschreibt meine persönliche Erfahrung mit meinem Fahrzeug und dem jeweiligen Servicekontakt.

Für wen würde ich das Model Y empfehlen?

Aus meiner Sicht passt das Model Y gut zu Menschen, die die einen großen Kofferraum benötigen und keine eigene LadeIinfrastruktur haben, das Super Charger ist super..

Wer besonderen Wert auf hochwertiger Verarbeitung legt, sollte diese Punkte bei einer Probefahrt genau prüfen. Ich würde außerdem vor dem Kauf überlegen, wo das Auto normalerweise geladen wird und wie häufig längere Strecken anstehen.

Würde ich das Tesla Model Y wieder kaufen?

Ob ich mich heute wieder für einen Tesla entscheiden würde, könnte ich gar nicht sagen. Als ich damals die Entscheidung für das 48-Monats-Leasing getroffen habe, war das Model Y eines der wenigen verfügbaren E-Autos mit großen Kofferraum. Dazu hatte Tesla damals einen sehr guten Leasing-Faktor. Mittlerweile haben auch andere Autohersteller dementsprechende Autos und ich würde den nächsten Kauf von den Konditionen der einzelnen Autohersteller abhängig machen.

Meine wichtigste Empfehlung: Macht eine ausgiebige Probefahrt und testet das Fahrzeug möglichst so, wie ihr es später nutzen möchtet. Was für mich gut funktioniert, muss nicht für jeden die passende Lösung sein.

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